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  • Jennifer Pauli

Transformatives Zuhören - Ohren spitzen statt Kanban & Co.

Zuhören um zu verstehen und nicht um zu antworten - das ist der einfachste Weg, um Veränderung anzustoßen. In einer Welt, wo jeder permanent zu viel auf dem Tisch hat und im Tunnel seiner/ihrer eigenen Arbeit feststeckt, liegt die Lösung nicht im Kanban Board oder anderen agilen Methoden, sondern darin die eigenen Sinne zu schärfen.



Einfach mal zuhören. Und zwar zuhören ohne direkt zu überlegen, welchen Nutzen die Informationen haben, ohne das Gehörte zu bewerten und ohne direkt seine eigene Meinung kundzutun. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Denn umso tiefer wir in unserem Tunnel stecken, desto weniger hören wir anderen zu. Denn wir wollen Lösungen entwicklen, selbst schnell vorankommen und die eigenen Themen forwärts treiben. Sich dann noch die Meinungen, Ideen oder Probleme anderer KollegInnen anzuhören oder gar der KundInnen braucht zu viel Zeit. Wir wissen doch längst wie es am besten laufen soll. Das To Do steht doch schon längst auf der Liste, muss nur noch bearbeitet werden.

Wenn es dann abgearbeitet ist, führt es aber nicht zur gewünschten Verbesserung oder Veränderung, denn die Lösung bildet nur eine Perspektive ab und zwar die eigene.

Wenn es wirklich tiefgreifende, transformative Veränderungen, Innovationen oder Verbesserungen in einem Unternehmen geben soll dann müssen alle lernen sich gegenseitig neugierig zuzuhören.


Transformatives Zuhören bedeutet:

  • Wertschätzung zeigen

  • Respekt zeigen

  • den Redenden als ExpertIn ihres/seines eigenen Arbeitsalltags und Themenbereichs anzuerkennen

  • bereits sein zu lernen

  • sich selbst einzugestehen, dass andere mehr wissen als man selbst

  • bereit sein gemeinsam an Lösungen zu arbeiten

  • auf Augenhöhe zu kommunizieren

Schon einfache Maßnahmen, wie z.B. Hospitation in anderen Abteilungen, öfter mal zu telefonieren anstatt eine komplizierte E-Mail zu schreiben, um Hilfe oder Rat zu fragen bei KollegInnen oder anderen Abteilungen, können der Motor für transformative, nachhaltige Veränderungen sein. Transformatives Zuhören zu praktizieren, ist der Beginn eines Kulturwandels. Gegenseitiger Respekt über alle Hierarchieebenen hinweg, führt zu mehr Offenheit, Verständnis und Innovationskraft. Dme liegt die Einsicht zu Grunde, dass nicht eine Führungsebene oder sogar eine einzige Person allwissend ist, sondern dass cross-funktionales Arbeiten, Perspektivenvielfalt und ein wertschätzendes Miteinander Vorteile und keine Nachteile sind.


Transformatives Zuhören - probiere es aus

Das positive am transformativen Zuhören ist, dass es prinzipiell jeder von uns kann. Dafür müssen keine teuren Workshops, Coaches/TrainerInnen oder Personalentwicklungsmaßnahmen eingekauft werden. Wie kannst du starten? Hier einige Tipps wie du für dich transformatives Zuhören praktizieren kannst:

  • Hinterfrage was du hörst Anstatt auf Gehörtes direkt zu antworten, stelle eine Rückfrage - z.B. Was bedeutet ... für dich? / Warum ist dir xx wichtig? / Kannst du mir das genauer beschreiben? / Warum erwähnst du explizit xx? / Was meinst du mit xx? / Habe ich richtig verstanden, dass...?

  • Ziele & Fokus setz dir einen Fokus oder ein Ziel für deine Gespräche und Meetings, was genau willst du lernen, mit welchem Ziel findet der Termin statt. Das hilft dir dich im Gespräch zu fokussieren und tiefer nachzufragen, als auch die für dich wichtigen Informationen rauszufiltern.

  • Elektronik ausschalten / stumm schalten sowohl in Präsenz als auch bei Gesprächen im digitalen Raum eine wichtige Praxis, denn durch Multitasking gehen meistens Informationen verloren und das bedeutet verlorene Zeit, lieber mit 100% Fokus in einer Sache sein und lernen Prioritäten zu setzen

  • Aktive Aufmerksamkeit sei physisch und geistig anwesend, es lohnt sich auch mal auf die eigene Körpersprache zu achten

  • Auf Augenhöhe Beim transformativen Zuhören geht aus auch darum sich gegenseitig zu respektieren und durch das Zuhören Wertschätzung auszudrücken. Mach dir bewusst in welchem Rollenverhältnis ein bestimmtes Gespräch oder Meeting stattfindet, welche Rolle du dir selbst gibst und welchen Status du deiner Gesprächspartnerin gibst.

  • Reflektieren Reflektiere in der kommenden Woche alle Gespräche, die du geführt hast (privat oder am Arbeitsplatz) und frage dich, wie oft du wirklich zugehört hast, wie oft du in deinem Kopf abgeschweift bist, wie viele Fragen du gestellt hast, an was du dich erinnerst - eher deine eigenen Gedanken und Worte oder die des Gegenübers, ob du auf die Aussagen deines Gegenübers eingegangen bist

  • regelmäßige Meditation (Nicht für jeden etwas aber ein Versuch ist es wert)

Viel Spaß beim Ausprobieren. Ich freue mich sehr auf dein Feedback. Lass mich gerne wissen, ob aktives / transformatives Zuhören dir neue Erkenntnisse bringt.

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